#Writingfriday Meinerts Flugversuch

Samstag
Der Himmel ist blau und frei von Kondenstreifen der Flugzeuge, Wolken oder Vogelschwärmen. Gibt es wirklich Menschen, die der Chemtrails Verschwörungstheorie glauben, dass die Kondensstreifen am Himmel in der Realität Chemikalien sind, die uns Manipulieren, damit fremde Mächte die Weltherrschaft an sich ziehen? Ich schmunzle bei dem Gedanken, denn warum sollte jemand der die Weltherrschaft an sich reißen möchte seine Opfer in einen panischen Zustand versetzten, anstatt sie in Sicherheit und Entspannung zu wiegen? Ich verwerfe den Gedanken wieder und schaue wieder aus dem Fenster.
Die Sonne kann ungehindert auf die Erde strahlen, die Pflanzen mit Energie versorgen und die Menschen und Tiere zum Schwitzen bringen. Dieser so weit entfernte Feuerball hat unser Leben unter Kontrolle. Schon bei dem Gedanken an UV-Strahlen, greife ich zur Sonnencreme mit dem höchsten Lichtschutzfaktor. Nachdem ich meinen Körper auf die Srahlenbelastung vorbereitet habe, kann ich das Haus verlassen. Auf dem Weg in den Garten laufe ich an dem Haken mit meiner Cappie vorbei, nach der ich nicht griff, denn wie Fahrradhelme schützen sie einen zwar, sehen aber dementsprechend komisch auf meinem unförmigen Kopf aus. Ich gehe raus in den Garten und atme die frische Luft ein. Ruhe ist mir dabei nicht gegönnt, denn die Nachbarn mähen seit 10Uhr morgens ihren Rasen,trimmen die Hecken oder flambieren ihre Pflastersteine, um das lästige Unkraut zu verbrennen. Das Zwitschern der Vögel und das Rauschen des Windes durch die Blätter ist nur noch eingeschränkt zu hören.
Ohne eine Glasscheibe zwischen meinem Blick und der Außenwelt, schaue ich mir erneut den Himmel an. „Nach dort oben soll ich fliegen?“, denke ich und versuche die Zweifel es zu schaffen aus dem Weg zu räumen.

Freitag: Wie alles anfing..
Gestern saß ich entspannt im Garten, trank meinen selbst gemachten Himbeersmoothie und versuchte meine Augen zu entspannen, da ploppte eine Nachricht auf meinem Handy auf. Meine Freunde würden sich um 23Uhr vor dem Freibad treffen. „Seid ihr bescheuert? Ich breche doch nicht in ein Freibad ein“, wollte ich erst in die Gruppe schreiben, zögerte dann aber. Mir war nicht Wohl bei dem Gedanken etwas illegales zu machen. „Es geht ja nicht darum, dass wir den Schwimmbad Besitzer um sein Geld bringen wollen, sondern lediglich um den Kick. Selbst wenn wir erwischt werden, wird das als ein Streich abgetan und wir bekommen eine Verwarnung. Ins Gefängnis wandert keiner deswegen“, erinnerte ich mich an die beruhigenden Worte meiner Freundin. Überzeugt hatte sie mich jedoch nicht. Noch nie zuvor bin ich irgendwo eingebrochen, denn mir fehlt auch der Spaß an der kriminellen Energie, oder? Wieso sollte ich irgendwo einbrechen? Um bei einem Trinkspiel, bei dem eventuell die Frage „Bist du schon Mal irgendwo eingebrochen?“ aufkommt, von dieser einen Geschichte berichten zu können? Das ist es mir keinesfalls wert. Meine Finger tippten die Absage in das Handy ein, ich brauchte nur noch auf das Absende Zeichen zu drücken. Das unwohle Gefühl war noch da, aber gegensätzlich zu dem kam Neugierde in mir auf. Jeden Tag befolgte ich unzählige Regeln, ohne es überhaupt zu bemerken. Achte darauf, dass du den Müll immer trennst, zur Schule, Arbeit etc. erscheinst du immer pünktlich, wobei pünktlich meistens ja fünf Minuten vorher sind, damit du dich vorbereiten kannst, Arbeitskleidung anziehen kannst usw. Im Zug darfst du nur auf den vorgegebenen Sitzen sitzen, da die erste Klasse eben teurer ist und der hintere Bereiches des Zuges ist für Fahrräder und Kinderwägen. Beim Decken des Tisches liegt die Gabel innen und das Messer außen. Auf dem Fußweg gehst du auf der rechten Seite, damit dich andere überholen können, selbst zu Fuß bleibst du auch um 3Uhr morgens, wenn niemand anderes am Straßenverkehr teilnimmt, an der roten Ampel stehen. Natürlich ist es sinnvoll Regeln zu haben, denn diese verleihen einem Sicherheit und Kontrolle und regeln das gesellschaftliche Leben. Doch auch, wenn diese Regeln oftmals Sinn für mich ergeben, regen sie mich an manchen Tagen auf. Ich bin frei und trotzdem ist meine Freiheit geregelt, was soll das denn? Ich merkte wie ich insgeheim mit ins Freibad gehen wollte. 16:42Uhr zeigte mir die Uhr auf meinem Handy an. Einige Stunden hatte ich noch Zeit bis zum Einbruch. Ich entschloss mich dazu spontan zu sein. Ich würde nichts in die Gruppe schreiben und entweder um 23Uhr am vereinbarten Treffpunkt sein oder mich schlafen legen.

Das Freibad war etwas außerhalb der Stadt. Es hatte nicht nur ein chlorhaltiges Schwimmbad mit Sprungtürmen draußen, sondern auch ein Naturbad. Wären wir lebensmüde gewesen, hätten wir auch nachts durch das Naturbad von dem Ufer, das nicht zum Schwimmbad gehört, schwimmen können. Da hätte ich allerdings gekniffen, denn ertrinken wollte ich vorerst nicht! Mit wachsweichen Knien trat ich in die Pedale um zum vereinbarten Treffpunkt zu fahren. Die anderen warteten schon auf mich. „Wir haben darum gewettet, dass du nicht kommst Meinert“, begrüßte mich Tilo, der schon mehrere Male umsonst schwimmen gegangen ist. Ich war eine der glücklichen Persönlichkeiten, dessen Vorname aus dem Sprachgebrauch gestrichen wurde. Wann es angefangen hat, weiß ich nicht, aber so lange ich denken kann, werde ich mit meinem Nachnamen gerufen. Eigentlich dachte ich, dass das ein Privileg der Männer ist, die Fußball spielen. Bei meinem Bruder in der Mannschaft gab es zwei Tobias. Da ein Tobias automatisch Tobi genannt wird, mussten sie sich für den zweiten Tobi eben eine Alternative einfallen lassen. Den einen Tobias und den anderen Tobi zu nennen ist zu kompliziert, also hieß der andere seit dem Tag an nur noch Kreßmann. Ich spielte zwar nicht Fußball und war auch nicht verwechslungsgefährdet mit einem Namensvetter, aber ich heiße seit der 5. Klasse bei meinen Freunden nur noch Meinert. Während ich noch daran dachte, das selbst meine Eltern meinen Namen ebenfalls selten sagen, sah ich wie Tilo Annika den fünf Euro Schein überreichte, der wohl sein Wetteinsatz gewesen war. „Du schuldest mir fünf Euro“, sagte Tilo und setzte danach sein Standard Grinsen auf, bei dem man sich nicht sicher sein konnte ob er einen Spaß machte oder nicht. Eine kurze Weile schwiegen wir uns an, bis die anderen beiden eintrudelten. Wir waren zu fünft.

Johann, der regelmäßig ins Fitnessstudio geht, machte für uns die Räuberleiter. Allerdings sah ich ihm an, dass es selbst für ihn nicht so locker flockig war unser Körpergewicht zu halten wie er es anfangs behauptete. Zugegebenermaßen könnte das auch daran liegen, dass wir auch keine hilfreiche Körperspannung an den Tag (oder eher an die Nacht) legten. Außerdem hatte ich eine leichte Höhenangst, die mir in solchen Momenten nicht zugute kam. Es war mein erstes Mal über einen Zaun zu klettern, der deutlich größer war als ich. Nach ein paar Anläufen stand ich endlich auf der anderen Seite des Zaunes. Nach gefühlten Ewigkeiten hatten es die anderen dann auch geschafft, denn ich wurde ungeduldig. Wie viel Zeit blieb uns, bis es jemand bemerken würde? Vielleicht war es nicht schlau einen Schwimmbadeinbruch an einem Wochenende zu planen, wo es durchaus öfter als in der Woche vorkam, das Menschen um diese Uhrzeit noch unterwegs sind. Die Gruppe steuerte direkt auf die Sprungtürme zu. Meinetwegen hätten wir auch wieder umkehren können, das Grundstück illegaler weise zu betreten, hatte mir schon für den Kick gereicht. „Jetzt sind wir schon Mal hier, da können wir auch schwimmen gehen. Der ganze Aufwand würde sich sonst gar nicht lohnen“, sagte Annika, die mein Unwohlsein bemerkt hatte und mich versöhnlich an die Hand nahm, um mich in die Richtung der Gruppe zu ziehen.

Für alle Fälle hatte ich mir ein Sandwich mitgenommen, was ich mir gönnte, während die anderen einen Salto nach dem anderen von dem Sprungturm machten. Selbst Tilo schaffte es nach dem 2. Rückenklatscher einen vernünftigen Salto hinzulegen. Denn seine große Klappe, konnte seine Unbeweglichkeit nicht kaschieren. Man konnte ihnen ansehen, dass sie das nicht zum ersten Mal machten. „Meinert, jetzt bist du dran!“, rief jemand vom Sprungturm. Es war ziemlich dunkel und zu schwach beleuchtet, dass ich nicht erkennen konnte, wer auf dem Sprungturm stand. Mir war klar, dass dieser Spruch irgendwann kommen würde, aber es war schließlich auch meine eigene Schuld. Ich hätte mich auch einfach schlafen legen können. Wobei ich von mir selbst bis dahin erstaunt war, dass ich ihn Ruhe mein Sandwich essen konnte, ohne rumzunörgeln nach Hause zu wollen. Der Einbruch fühlte sich nicht an wie einer, was mich ernsthaft wunderte. „Was soll’s, sie werden eh nicht locker lassen, das Sandwich kann ich auch später aufessen“, ergab ich mich meinem Schicksal. „Mensch, so kennen wir dich gar nicht – ohne Widersprüche. Gut, dass ich diesmal keine Wette abgeschlossen habe. Du komische Braut..“,sagte Tilo noch und ging dann den anderen hinterher, die sich eine Pause auf den Handtüchern gönnten. Ich kletterte die glitschig, nasse Leiter nach oben. Die fünf Meter waren für mich schon eine enorme Überwindung. Ich kniff die Augen zu, als ich auf dem Sprungbrett angekommen war. „Los, du schaffst das“, schrie Annika vom Handtuch aus in meine Richtung. Schön, dass sie noch den Druck erhöhte. Ich fühlte mich wie in einem schlechten Teenie Film, wo die sonst ausgegrenzte Person bei den Machenschaften der beliebten Leuten mitmachen darf und die Filmemacher zeigen wollten in was ein Dilemma sich die Person durch den Gruppenzwang verirrt und sich am Ende wahre Freunde sucht. Der Unterschied war, dass meine Freunde einfach eine Neigung zu unnötigen Gefahrensituationen haben und ich mich selbst in für mich unangenehme Situationen begebe. Keiner hat mich gezwungen mitzukommen. Ein Meinert sollte auch mal „Nein“ sagen können, aber ich schien es wohl noch nicht kapiert zu haben, wann die Zeit für ein „Nein“ gewesen wäre. Das traurige daran ist, dass mir die Höhe mehr Angst bereitet als ein Einbruch in ein Schwimmbad. Habe ich vielleicht doch eine kriminelle Energie?
„So langsam wird’s echt langweilig, mach mal hin da oben!“, schaltete sich Johann ein.
Ich tastete mich langsam nach vorne, versuchte mir einzureden, dass die anderen den Sprung auch überlebt hatten. Vermissen würden sie mich, wenn ich bei dem Sprung sterben würde und meine Leiche an diesem Bade-Spaß-Ort im Wasser umherschwirren würde. Würde auf meinem Grabstein dann als liebevolles Andenken nur mein Nachname stehen? „Reiß‘ dich zusammen“, murmelte ich laut vor mich hin. Nur noch ein Schritt nach vorne trennte mich von dem Fall in die Tiefe. Den Gedanken die Treppe wieder runterzuklettern war genauso schlimm, denn wenn ich dort fallen würde, würde ich nicht in einem Becken voller Wasser landen, sondern im schlimmsten Fall mit meinem Steißbein auf dem Betonboden landen. „Du musst!“, dachte ich. Kurz überlegte ich noch ob ich die Augen zu oder auf machen sollte. „Du lässt sie auf! Es kommt nicht alle Tage vor, dass du dich deiner Höhenangst stellst, dann schau‘ dir zu mindestens bei dem Erfolg zu.“ Die Entscheidung ist gefallen. Mit aller Kraft stieß ich mich vom Sprungbrett ab und verließ mit meinen Füßen den Erdboden. Doch anstatt innerhalb von Sekunden das Nass an meinen Zehenspitzen zu fühlen, sah ich wie mein Körper in der Luft stand. Ich fiel nicht wie es das physikalische Gesetz der Gravitation vorschreibt, sondern ich schwebte ganz gemächlich in Richtung des Erdbodens. Ist das illegal als nicht diplomierter Physiker gegen die Naturgesetzte zu verstoßen? Wie ist das nur möglich?
Direkt biss ich mir in meine Hand. Nichts veränderte sich, es waren nur noch ein paar Zentimeter bis ich auf der Wiese landete. Ich träumte nicht verdammt. Zur Sicherheit zwickte ich mir in meine Wange, riss die Augen auf und ich sah meinen Körper in der Luft schweben. Ich konnte es nicht fassen, doch ich war mir zu hundert Prozent sicher, dass ich keine Drogen eingenommen hatte. Selbst die Himbeeren im Smoothie gegoren wären und von einem Magic Mushroom Pilz befallen wären, könnten sie nicht derartige Halluzinationen hervorrufen. Verzweifelt versuchte ich zu verstehen, was mit mir passierte und ob ich nun komplett durchdrehte. Wie ein Vogeljunges fuchtelte ich mit meinen Armen in der Luft herum, als könnte ich damit die Richtung, in die ich fliegen wollte, steuern. „Lass mich wieder runter!“, wollte ich rufen, doch wen konnte ich beschuldigen? Wie fremdgesteuert schwebte ich zu meiner Erleichterung weiter in Richtung Erdboden.
Als meine Füße wieder auf dem festen Boden standen, musste ich mich erstmal sammeln. Verwirrt stapfte ich zu meinen Freunden zurück, während ich mir eine Lüge überlegte. Mein erster Gedanke war einfach nichts zu sagen und zickig auf die Frage, ob ich gesprungen sei, zu reagieren. Die Wahrheit würde mir niemand abkaufen.
Ich gestand ihnen die Treppe wieder runtergeklettert zu sein. „Wir haben dich gar nicht die Treppe runtergehen sehen. Bist du nicht sogar gesprungen?“, fragte mich Annika. „Du bist doch gesprungen, nur es war gar kein Wassereinschlag zu hören“, fügte Tilo noch erstaunt hinzu. „Nein, ich wollte springen, hab mich aber im letzten Moment dagegen entschieden. Ich dachte ich packe es, aber ich konnte mich einfach nicht überwinden. Was redest du überhaupt für einen Quatsch?“, entgegnete ich, „von hier kann man das doch kaum sehen, ihr habt es euch wohl so sehr gewünscht, dass ihr euch das schon einbilden wolltet.“ Ich schaute in prüfende Gesichter, die aber wohl keine Lust auf eine weitere Diskussion hatten. Erstaunt von der Leichtigkeit eine Lüge über meine Lippen zu bringen, setze ich mich auf mein Handtuch. Die anderen waren wirklich leicht zu überzeugen, doch was mache ich jetzt?

Gestern war ein wirklich komischer Tag. Nachdem wir das Schwimmbad wieder verlassen hatten, trennte ich mich von der Gruppe mit der Begründung Kopfschmerzen zu haben und nach Hause zu wollen. „So schlimm ist es auch nicht, dass du nicht gesprungen bist“, lenkte Tilo ein, der meinen Vorwand durchschaut hatte, aber ich beharrte auf den Kopfschmerzen und fuhr in die Richtung meines Zuhauses. Statt wirklich direkt ins Bett zu gehen, kletterte ich Zuhause auf unseren Apfelbaum. Wenn ich im Schwimmbad nicht nur halluziniert habe, dann müsste ich ja theoretisch auch von unserem Apfelbaum herunter schweben können. Gesagt, getan. Es fühlte sich zwar eher wie ein Selbstmordkommando an, da es eine sehr abwegige Idee ist sich von einem Baum zu stürzen, um zu testen, ob die Superkraft „Fliegen“ für die Menschheit ab hier und ab heute existiert oder nicht. Schlimmsten Falls würde ich mir ein paar Knochenbrüche zulegen und besten Falls würde ich fliegen können. Meinem unspektakulären Leben, was ich sehr liebe, könnte ich dann Adieu sagen. Ich hatte einen Frosch im Hals, musste mich ständig räuspern. Bis zum Morgengrauen würde ich auf dem Boden liegen mit sämtlichen Knochenbrüchen, wenn mich meine Eltern aus dem Haus nicht hören. Haben sie ihr Schlafzimmerfenster offen stehen gelassen? Für eine kurze Sekunde überlegte ich ins Haus zu gehen und nachzuschauen, sodass ich nicht eine ganze Nacht auf unserem ungemähten Rasen liegen müsste, wenn ich nicht fliegen könnte. Wie das klingt- als wäre es wirklich realistisch, dass ich fliegen könnte. Das ist absurd. Meine Füße suchten schon den absteigenden Ast zum Erdboden, doch meine Arme argumentierten gegen die Füße, klammerten sich an dem oberen Ast fest, um mir die Entscheidung zu erschweren. „Soll ich so verrückt sein, meinen Halluzinationen glauben und springen?“, sprach ich die Frage laut aus.

Samstag
Als kleines Mädchen hatte ich Wellensittiche als Haustiere. Heutzutage finde ich es bedenklich Wellensittiche in einem Wohnzimmer zu halten, selbst wenn der Käfig eine angemessene Größe hätte, was er niemals hat. Hielt ich die Vögel gefangen, weil ich neidisch war, selbst nicht fliegen zu können? Mit dem Argument, dass die Tiere nicht in ihrem natürlichen Lebensraum sind, könnte man sich gegen jede Art von Haustier aufbäumen, aber das ist es gar nicht. Es geht mir speziell um die Vögel, deren Fortbewegungsmittel einfach still gelegt wird durch die Stangen des Käfigs. Auch die eine Stunde am Nachmittag, wo die Vögel dann das Wohnzimmer zum Rumfliegen nutzen konnten, brachte sie der Freiheit auch nicht näher. Was für ein trauriges Wellensittich Leben, ohne dass die Wellensittiche überhaupt wussten, das außerhalb der Scheibe ein ewig andauernder Freiflug möglich wäre. Menschen fliegen nicht. Menschen träumen nicht fliegen zu können, denn es ist evolutionsbiologisch nicht möglich. Menschen haben keine Flügel, also können sie nicht fliegen. Vögel haben Flügel, können fliegen, aber als Haustier sollen sie nicht fliegen, damit sie bei ihrem Besitzer bleiben.
Die Komik an der Geschichte ist, dass ich mich jetzt wie mein Wellensittich Stitchi fühle. Für mich gibt es keinen offensichtlichen Käfig, denn ich kann nicht offensichtlich fliegen. Dachte Stitchi nicht auch daran eines Tages einen Freiflug machen zu können, ohne gegen eine Scheibe zu fliegen? Öffentlich zu zeigen, dass ich etwas außerhalb unserem logischen Wissenstandes Zustande bringe, ist nicht möglich. Die erste Reaktion wäre sicherlich, dass ich ausgelacht werden würde. Wenn ich dann bewiesen hätte, dass ich fliegen kann, würde es vorerst geleugnet werden. Dann würde sich die Neugierde einschalten und dann würde geforscht werden. Meine Menschenqualitäten würden in den Hintergrund gerückt werden, denn ich wäre ab dem Zeitpunkt ein Forschungsobjekt. Vielleicht würde sogar die Frage aufkommen, ob ich überhaupt noch ein Mensch wäre, denn Menschen können nicht fliegen. Wäre ich dann ein Vogelmensch? Oder würde ich einen komplizierten lateinischen Namen zugeschrieben bekommen und wäre dann ein Homo vogulus meinertfluegelus? Das wichtigste wäre Regeln und Gesetze zu verabschieden. Ich könnte jederzeit in den Flugraum eindringen und den Flugverkehr gefährden. Wenn eine Drohne schon angemeldet werden muss, wäre ein 1,60 Meter großer Homo vogulus meinertfluegelus ein größeres Problem. Wenn ich dann noch eine Kamera in der Hand hätte beim Fliegen wäre ich schon fast als gefährlich einzustufen, da ich Spionage betreiben könnte. Der deutsche Geheimdienst würde mir auf die Spur kommen, mich zu Spionage Zwecken „rekrutieren“ und mich nach Amerika, Nord Korea und Russland schicken. Abhörgeräte sind out, da könnten sie doch einfach auf den Vogelmenschen zurückgreifen. Von außen sehe ich so unscheinbar und unauffällig aus wie immer, obwohl ich in Wirklichkeit der neue Spionage Kampfjet wäre. Falls die deutsche Regierung kein Interesse an mir hätte oder gar Angst vor mir hätte, würde ich sicherlich eine Schlagzeile in der Zeitung bekommen und in die Psychiatrie geschickt werden. „Sie behauptet fliegen zu können“ und dann fälschen sie ein Video, was sie als Quelle angeben, auf dem sich jemand von einem Garagendach stürzt und sich schwer verletzt, anstatt zu fliegen. Die Leute würden den Artikel schneller vergessen als die leere Milch im Kühlschrank, mit dem Kopf schütteln und sich dem Sportteil der Zeitung widmen, während ich darum bitte wieder ganz normal in Schwimmbäder einbrechen zu können wie jeder normale Jugendlicher auch.
Oder sie würden mich an die Wissenschaft verkaufen, wobei besser gesagt meine genetischen Codes, damit wir unsere Rasse soweit modifizieren könnte, sodass bald jedes neugeborene Kind fliegen kann. Ich merke wie mein Nacken schmerzt, da ich ununterbrochen in das Blau des Himmels starre, so als würde ich mich in eine Hypnose versetzen wollen. Selbst wenn ich ab heute fliegen kann, werde ich dieses unendliche blau, was uns nicht in die Galaxie schauen lässt, niemals durchdringen können. Ich atme hörbar aus, denke ein letztes Mal an die Folgen meiner Verwandlung in einen Vogelmenschen. Das, was mich wohl am meisten stören würde, wäre, dass ich nie wieder eine Ausrede hätte zu spät zu kommen. „Vor mir ist eine Entenfamilie geflogen, die nicht auf die von mir berechnete Mindestgeschwindigkeit gekommen ist, um pünktlich zu kommen. Was sollte ich machen, ausweichen? Das ist unmöglich, da es nur diese eine Flugbahn zur Schule gibt“, würde ich verzweifelt rumdrucksen und dann doch nachsitzen müssen. Außerdem müsste ich bestimmt andauernd für meine Eltern einkaufen fliegen und ja, es wäre umweltfreundlicher, aber sicherlich nicht rückenschonend für mich. Irgendwann hätte ich einen Einkaufsbuckel und die Leute würden mich erst Recht für verrückt halten. Dann bräuchte ich mir nur noch einen Besen zwischen die Beine zu klemmen und ich wäre die stadtbekannte Hexe. Doch was wäre, wenn ich fliegen könnte, ohne dass es die von Regeln gefesselte Gesellschaft mitbekommt?
Meine Entscheidung ist gefallen. Meine verrückten, regelfernen Freunde werden diejenigen sein, mit denen ich das Fliegen teilen werde. Anstatt mir das Leben mit einer kompletten Geheimhaltung zu erleichtern, erschwere ich es mir wahrscheinlich eher damit, dass ich es ihnen erzähle, aber sie wissen so gut wie alles über mich und ich über sie. Es wird sicherlich damit enden, dass meine Freunde sich neue Mutproben für mich ausdenken, die über einen Schwimmbadeinbruch hinaus gehen werden. Mutproben im „Spring mit verbundenen Augen von der Sporthalle“ Kaliber werden sicherlich in Erwägung gezogen, denn Mutproben gehören zu unsere Freundesgruppe dazu wie die Erdbeere zu den Nüssen – es ist absurd und man würde es auf den ersten Blick nicht erwarten, aber es ist eine unveränderliche Eigenschaft der Gruppe.
Dicht halten werden sie hundertprozentig, denn im Gegensatz zu den anderen Menschen, die ich kenne, geht es meinen Freunden nicht um Aufmerksamkeit oder um „Coolness“, sondern lediglich darum in unserer Gruppe Spaß zu haben. Selbst wenn sie es jemand anderem erzählen würden, dann denke ich, dass ihnen eine blühende Fantasie zugesprochen werden würde. Soweit würde es aber nicht kommen.
Ich dachte noch an meine Nacht und Nebel Aktion, in der ich vom Apfelbaum gesprungen bin und unversehrt, voller Adrenalin in meinem Bett lag und mir die Welt nicht mehr erklären konnte und tippte eine Nachricht in unsere Schwimmbad Gruppe. Heute um 23Uhr am Schwimmbad werde ich die Schulphysik und die Naturgesetze widerlegen, das Weltbild meiner Freunde erschüttern und mein neues Doppelleben begrüßen. Glücklich greife ich nach dem Wasserglas und puste in das Glas, sodass die Blubberblasen meine Nase kitzeln konnten. Die Menschheit schreibt viele verrückte Geschichten, doch ich würde mein Geheimnis ihr vorbehalten, denn ich wollte frei sein.

Oh dear friend

Air as freezing as my
 feet, oh my
dear just have a seat
look at me my
forehead sweaty
say it to me:

Are you ready?


Skin as dry
as gin in bottles
Your crying face
disarming drawn
Your fate unknown
Oh dear friend,
don’t be sad

Mirror as reflective
as your thoughts
You look at me
straight out of it
like a ghost you
follow me , see
forgive yourself
inside of you,
inside of me
we’ll be free

Tonight we sit
on the wing chair
I hold the mirror
in my sweaty hands
All night long
my sorrows heavy
I’ve been sitting
here alone
talking to myself

Forgiveness as the key…


…smoothed my own way
One day I’ll like my faults
as much as I hated them
yesterday
But oh dear self,
don’t be sad at all
instead intend to
rise and not to fall
















A w A k E

facetune_04-10-2018-19-36-05
Awake, restless, serious, pensive.


1. Schlafensgehzeit!
Eingekuschelt in meine beiden Decken, liege ich in meinem Bett. Entweder habe ich noch eine Folge meiner Lieblingsserie geschaut oder ein paar Seiten in meinem aktuellsten Buch gelesen, bevor ich meine Augen geschlossen habe. Mein Körper fühlt sich schlaff und erschöpft an, braucht wie jede Nacht eine Erholung vom Tag. Wer kennt es nicht, dass das Gehirn trotz des Erschöpfungszustandes des Körpers erst so richtig aufdreht? Der Wunsch nach dem Schlaf wird nicht erfüllt, da sich plötzlich Erinnerungen aus dem Verstand schälen, die ursprünglich als verarbeitet gegolten haben. Als zweite Abendüberraschung malt das Gehirn sich zukünftige Szenarien aus, an die man selbst tagsüber nicht denken wollte. Eine innere Unruhe entsteht und Bilder blitzen vor dem inneren Auge auf, die einen aufwühlen. Eine Zeit lang lasse ich mich von den Gedanken mitreißen und wälze mich im Bett umher in der Hoffnung auf einer Seite die Ruhe wiederzufinden. „Ich bin müde und will endlich schlafen!“, denke ich. Sich aufzuregen macht es allerdings nur noch schlimmer.

Was kann ich tun?

Leider gibt es keinen Ausschalter der Gedanken, aber es wird Zeit gegen die aufwühlenden Gedanken anzugehen. Die schnelle Abfolge von Blitzgedanken gilt es zu verlangsamen. Oft hilft es mir mich auf meine Sinne zu konzentrieren und mir etwas vorzustellen, was mich beruhigt. Meistens ist es ein Wasserfall, der in mir beginnt zu rauschen. Ich sehe wie das Wasser an den Felswänden entlang fällt, höre die Wasserströme, rieche den Geruch von nassen Steinen und Algen, schmecke das frische Wasser und fühle die Kälte und das Nass der Wassertropfen in meinem Gesicht. Meine Gedanken kreisen nur noch um den Wasserfall, der meine anderen Gedanken davonplätschern lässt. Gelingt es mir nicht, gehe ich meine Sinne mehrere Male durch und versuche mich an einer Art Selbsthypnose. An schlechten Einschlaftagen hilft mir der Versuch jedoch nicht. Jedes kleinste Geräusch und kleinster Lichtstrahl kann störend sein. Wenn nicht Mal Lesen hilft, obwohl die Augen vor Müdigkeit am Austrocknen sind, dann wird das Einschlafen noch lange dauern. Jede Minute Schlaf kommt einem vor wie ein Goldschatz, wenn man Probleme beim Einschlafen hat. Inzwischen hängt sogar ein Säckchen mit Lavendel neben meinem Bett, da der Geruch eine beruhigende Wirkung auf mich hat. Fehlen mir vielleicht nächtliche Rituale? Sollte ich anstatt einen Regentanz eine Art Schlaftanz veranstalten oder Gute-Nacht Lieder singen?

Selbst wenn ich es dann geschafft habe, heißt es nicht automatisch, dass man ausgeschlafen ist. Saß ich gestern gar nicht auf der Couch und habe Netflix geschaut, sondern war ich feiern und habe einen über den Durst getrunken? So fühlt es sich nämlich an. Darf ich meinen Körper nicht zwingen zu schlafen, sondern sollte ich mich fügen und den Schlafmangel akzeptieren? Steht am nächsten Tag ein großes Ereignis an und ich kann vor Aufregung nicht einschlafen, dann habe ich einen Grund, warum ich es nicht kann, was mich auf eine seltsame Art und Weise beruhigt.  Ist die Frage „Warum?“ beantwortet, stellt sich ein sicheres Gefühl ein, denn ich meine zu Wissen, was in mir vorgeht. Kann ich keinen Grund nennen, warum ich weder gut einschlafen kann noch warum ich nicht erholsam schlafe, dann verbreitet sich ein unsicheres Gefühl in mir. Wenn es keine offensichtliche Ursache ist, muss ich tiefer in mich hineinschauen. Wie so oft muss ich mich selbst mit Gedankengängen konfrontieren, um die Quelle der Unruhe auszumachen. Ich stelle Theorien auf, denn vorerst muss ich herausfinden ob ich wegen vergangenen oder aktuellen Ereignissen unruhig bin. Die abendlichen Gedankengänge müssen nicht negativ sein. An manchen Tagen habe ich sogar das Gefühl, dass der Tag nicht ausreicht, da ich gewisse Gedanken nicht zu Ende gedacht habe, die ich gerne zu Ende gebracht hätte. Der Schlaf unterbricht dann meinen „Flow“ an Gedanken. Erst wenn sie sich zu Gedankenschleifen entwickeln und mich grübeln lassen, dann wirkt sich das kontraproduktiv auf meinen Schlaf aus.

Der Schlaf ist eine Wissenschaft für sich. Täglich schlafe ich 8-9 Stunden, die wie im Fluge vergehen, wenn ich dann einschlafen konnte und nicht ständig in der Nacht aufwache. Was sich kurzweilig anfühlt, ist ein großer Teil meines Lebens. Ein Wimpernschlag und 8 Stunden meines Tages sind vergangen als würde es sie nicht gegeben haben. Die restlichen 16 Stunden sind meine aktive Teilnahme am Tag – so denke ich zu Mindestens. Was ist, wenn mein Unterbewusstsein mich lenkt wie in meinen Träumen? Es fühlt sich an als würde ich selbstgesteuert denken und handeln, aber kommt es nicht wie beim Träumen aus den Tiefen meines Bewusstseins? Was steuert mich? Ich möchte nicht dauerhaft unkonzentriert zu sein. Beispielsweise vergesse ich gelegentlich die Namen von mir schon lange bekannte Menschen, was durchaus peinlich werden kann. Es fühlt sich an als wäre mein Gedächtnis ein Sieb, nur dass dieser Sieb nicht nur überflüssiges Wissen aussiebt, sondern auch wichtige Termine aussortiert.  Bin ich müde und sind meine Augen getrübt, mache ich schneller Fehler und könnte mich in unangenehme oder gefährliche Situationen bringen. Wenn ich die Straße überquere, ohne den Verkehr aufmerksam zu verfolgen, kann ich mit höherer Wahrscheinlichkeit angefahren werden. Der Schlaf ist meine eigene Absicherung meiner Konzentrationsfähigkeit, meiner Laune und meiner Belastbarkeit. Fehlt er, so gerät mein biologisches System ins Wanken, da es sich nicht erholen konnte.
Mein Wachzustand ist die einzige Möglichkeit meine bewusste Gehirnaktivität zu nutzen.
Diese Autonomie möchte ich mir nicht von meinem Schlafmangel nehmen lassen.
Es ist die fehlende Schlafroutine, die mich wanken lässt. Es heißt: „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.“ Ich denke, vor allem der Körper ist ein Gewohnheitstier, denn seine Bedürfnisse sollen bestenfalls gleichermaßen und regelmäßig erfüllt werden. Kaum habe ich eine Woche eine geregelte Schlafengeh- und Aufstehzeit schlafe ich besser – ist das immer der Fall? Der Schlaf ist unberechenbar, so wie meine Gefühle.


2. Der Film „Wach“
Apropos Schlafen und Wach sein:
Vor einigen Tagen habe ich auf Youtube den Film „Wach“ von Kim Frank, produziert vom ZDF/Das kleine Fernsehspiel und Funk, geschaut.
In dem Drama starten die 17-jährigen Freundinnen Charlotte (C.) und Nike das Experiment ohne Drogen so lange wach zu bleiben, wie sie können. Es ist ihr Ausbruch aus dem Ghetto, in dem sie wohnen, aus ihrer Perspektivlosigkeit und aus ihrer scheinbar sinnlosen Existenz. Die Schlaflosigkeit der beiden ist anfangs ein Rausch von Macht über sich selbst, der jedoch nicht die Realität verdrängen kann. Auf der Kamera dokumentieren die beiden ihre Erlebnisse, die ihre Höhen und Tiefen im Leben aufdecken.

C. und Nike dokumentieren ihr Wach- Experiment mit der Kamera. Es wirkt wie ein Dokumentarfilm durch die subjektive Kameraeinstellung von C. und Nike im Wechsel, die den Zuschauer das Gefühl gibt im Geschehen involviert zu sein. Teilweise werden jedoch auch Sequenzen von Videos oder Interviews eingeblendet, wo ein Voice-over von C. miteingespielt wird oder die Kameraführung wechselt in Totale Aufnahmen.Die Voice-overs und die eingebledeten Videos (etc.) sind fester Bestandteil des Filmes und sind die ausschlaggebenden Momente, in denen existenzielle Fragen
Was ist meine Rolle als junger Mensch auf dieser Welt?
und aktuelle, tabuisierte Themen
Flüchten wir uns in den Konsum und in Pronos, als das wirkliche Leben zu leben?
angesprochen werden.
Der Film setzt sich mit dem gesellschaftlichen Konsumverhalten in Bezug auf Werbung, Profit und der resultierenden Veränderung des Verständnisses des eigenen Lebens auseinander. Es wird auch die Lieblosigkeit in Beziehung und die Vermarktung von Sex thematisiert. In erster Linie geht es jedoch um die beiden Protagonistinnen die aus der unteren Gesellschaftsschicht kommen und aus ihrem Leben ausbrechen wollen, um sich zu finden und ihr Leben mit Bedeutung zu füllen. Allerdings wird meiner Meinung nicht genug auf die eingeblendeten Informationen, z.B. Tiervideos, dokumentarische Videos, Lehrvideos etc., eingegangen. An der Stelle wäre eine längere Ausführung der Kritik angebracht, genau wie es mich als Zuschauer interessieren würde, was die Beweggründe der Protagonistin sind, diese Gedanken zu haben, was nur teilweise erkennbar ist.

Die wechselhafte Kameraführung hingegen macht die Handlung spannender und als Zuschauer kann man sich besser in die Lage der Protagonisten versetzen, die in elektrisierende als auch in gefährliche Situationen geraten. Neben der erzeugten Spannung durch die Kamera, ist der Film in einem eher dunkleren Licht gedreht, was eine bedrückende und erwartungsvolle Stimmung bewirkt.
Zu guter Letzt finde ich, dass die beiden Schauspielerinnen die Charaktere, ihre intensiv Freundschaft und auch die Zwiespältigkeit zwischen Freude und Verzweiflung gut darstellen.

Resümierend finde ich, dass die provokativen Denkanstößen reflektierter dargestellt werden könnte, aber ich finde die Kritik interessant und habe sie in meine Gedanken aufgenommen. Wenn du Filme magst, die sich außerhalb der Norm bewegen und einfach mal etwas anderes ist, dann ist dieser ein guter für dich. Wenn du abends nicht schlafen kannst, wach und unruhig bist, dann schau‘ diesen Film und sei mit den Protagonisten zusammen wach.

3.Die Jagd nach Hormonen
ein von mir geschriebener Innerer Monolog von C. aus dem Film „Wach“
Wir haben keine Kontrolle über unseren Schlaf oder über das Einschlafen, sondern nur über das Wach sein. Es ist eine Illusion, die Kontrolle über sein Verhalten zu haben, denn wir werden ständig beeinflusst. Bist du unglücklich, dann musst du dir ein neues Lebensgefühl erkaufen, bist du unzufrieden mit dir selbst, kaufst du dir neue Klamotten, fühlst du dich einsam, schaust du dir deine Likes auf Instagram an. Im Leben gilt es nichts zu pauschalisieren, jeder Mensch ist individuell und reagiert auf unterschiedlichste Reize und ist auf andere Art und Weise beeinflussbar, doch im Grunde jagen wir unsere Hormone. Dopamin fürs Glück, Melatonin für den Schlaf, Adrenalin für den Kick – sie erhalten uns und unseren Stoffwechsel am Leben, doch sie sind der Ursprung der Sucht. Ist es die Werbung, die uns in den Konsumrausch führt? Sind wir es nicht selbst, die ständig auf der Suche nach Rausch sind? Sind es die Ängste, die mich nachts wach liegen lassen? Gefühle mit Drogen betäuben, zerstreut die Probleme nicht. Unsicherheiten mit Kleidung zu kaschieren, verändert deine innere Haltung nicht. Ängste mit Ablenkungen zu verdrängen, löst sie nicht in Luft auf. Wir alle wissen es und tun es trotzdem.. Selbst wenn wir glücklich und zufrieden wäre, dann könnten wir nicht genug kriegen. Erst nach dem Kauf der neuesten Schuhe könnten wir aufatmen, denn erst dann ist unser Gefühl ein leichteres.
„Jede Minute wird in Deutschland ein Kind geboren.
Einer mehr dem eingeredet wird er braucht das neue iPhone [..].
Einer mehr der sich selbstverwirklichen muss.
Du kannst schön sein, wenn du den Lippenstift kaufst.
Du kannst jemand sein wenn Du diese Klamotten kaufst. Dieses Auto. Dieses Haus. Hoffnungen machen Sie uns. Falsche Hoffnungen. Und wir fallen drauf rein.“
(Zitat C., 18:42; Film Wach)
Unser Glück braucht nicht nur seinen  eigenen Wert, sondern wir müssen es mit materiellem Glück verbessern. Ohne Konsum fühle ich mich leer, denn es fehlt der Rausch. Vom täglichen Hoffen auf den nächsten Tag, der ein bessere zu werden verspricht, werde ich müde, anstatt wach. Egal ob es ein guter oder schlechter Tag war- ich brauche meinen Schlaf, denn ich brauche eine Denkpause. Hoffnungen habe ich in meinen Schlaf gesetzt, der mich in eine andere Dimension getragen hat, weit weg von meiner wachen Realität. Das Unterbewusstsein hat die Macht und bastelt aus meinen Erlebnissen, Gedanken und Gefühlen einen 8 stündigen Film, der in mir abgespielt wird. 8 Stunden Zuschauer seiner Selbst sein, dann fängt es wieder an: Das Verlangen nach mehr. Ich brauche den Konsum, um mich selbst zu vergessen. Die Jagd nach Hormonen hört nie auf. Doch dieses eine Mal wollte ich wach sein und meine wache Realität fühlen, anstatt ihr mit Leere zu begegnen. Nike und ich werde das Wachsein für uns selbst durchziehen, denn wir wollen ab heute selbstbestimmt sein. Ich will mich selbst jagen, ohne mich einzuholen, will mich selbst bestrafen, ohne mir weh zu tun. Es ist mir egal, was mit uns passiert, so lange ich meinen Puls fühle, Nikes Lächeln durch die Linse meiner Kamera sehen kann, den Rauch meiner Kippe schmecke und die Kälter der Nacht auf der Haut fühlen kann. Mein Bewusstsein soll in eine andere Art Rausch geraten: In den Rausch der Freiheit. Ergibt es Sinn in dieser schnelllebigen Welt stehen zu bleiben? Wir verdecken alle Uhren, als würde es die Zeit nicht geben, denn wir bleiben wach. Da ist niemand mehr, der Nike und mir die Zeit vorschreiben kann, in der wir leben, niemand mehr, der uns mit Regeln erdrücken kann. Die Zeit schränkt uns nur ein, macht uns Hoffnung, dass wir heilen, aber ich bleibe stehen, denn ich will mich erleben, ohne auf die Uhr zu schauen. Normalerweise schaue ich auf Uhr, doch es ist gleichgültig welches Datum oder welches Jahr ist, denn es fühlt sich an, als würde nichts passieren. Unsere Wohnung ist im gleichen Plattenbau wie sonst, mein Weg zur Schule ist der gleiche, wir rauchen immer noch den gleichen Scheiß, das Geld fehlt in unseren Portemonnaies und wir warten auf Veränderungen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto unbedeutender fühle ich mich. Was soll aus uns Kindern werden, deren Leben seit Beginn ihrer Lebenszeit keinen Sinn in ihrem Leben sehen? Es scheint als hätten wir bereits die dunkelsten Abgründe gesehen, aber was ist wenn das erst der Anfang war? Diese Angst umschließt mich, denn ich sehe in diesen Abgründen keine Zukunft. Ich will gesehen werden, raus aus dieser Scheiße und nicht in diesem Zyklus gefangen sein. Existenz und Leben verschmelzen zu einem, allerdings ist meine Existenz seit meiner Geburt gegeben und diese mit Leben zu füllen ist meine Entscheidung. Ständig bombardiere ich mein Gehirn mit Fragen, suche nach dem Sinn und meiner Erfüllung im Leben. Doch ich finde keine Antworten. Ich bin eine Suchende und gehe das Risiko nur auf weitere Leere zu treffen. Ich bin Carlotta und ich bleibe wach.

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Tired. Sleepy. Dreaming.

Es sind nur Haare!

Seit zwei Jahren habe ich nun kurzeHaare. Seit dem probierte ich wild Frisuren aus und färbte meine Haare hellblond, dann fast weißlich und grau. Es sind nur Haare, aber irgendwie auch nicht.

Meine Haare abzuschneiden war ein kurzer und schmerzloser Akt. Meine Friseurin fragte noch ob ich mir wirklich sicher sei diesen Schritt zu tun, bevor sie meinen braunen Pferdeschwanz abschnitt. Ich war mir zu 100% sicher. Erst zum jetzigen Zeitpunkt realisiere ich, dass ich mir bevor ich meine langen Haare aufgab mir viele Gedanken darüber gemacht habe. Mit meinen langen Haaren gab ich die Sicherheit auf mich hinter ihnen zu verstecken, was ich oft getan habe. In unangenehmen Situationen konnten die Haare als Schutzvorhang dienen, um z.B. Blicke abzuwenden oder einen Gesichtsausdruck zu verbergen. Mit meinen kurzen Haaren lockte ich mich selbst aus meiner Komfortzone heraus. Für mich sind meine

 

Haare in der Hinsicht wichtig, dass sie mir die Möglichkeit bieten mich ständig zu verändern. Die Haare formen mein Aussehen, doch wie ich merke richtet sich die äußerliche  Form nach meinem innerlichen Empfinden. Mein Anblick gefiel mir nicht mehr im Spiegel, da mir die Person im Spiegel nicht mehr gefiel. Kaum hatte ich mich von meinem braunen, „splissigen “ Unheil getrennt, hatte mich die Neugier gepackt wie ich meine innerliche Veränderung angehen konnte.

 

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Die Veränderung der Haare lässt sich sicherlich auch auf andere Beispiele übertragen. Die Kleidung eines Menschen verrät ebenfalls etwas über sein Innenleben. Ist dieser Mensch modebewusst? Ist die Kleidung des Menschen ein Erkennungsmerkmal für eine bestimmte Gruppe(-nzugehörigkeit)? Welchen Beruf hat diese Person (bei Arbeitskleidungen) ? Und noch viele weitere Fragen können durch den Blick auf die Kleidung getroffen werden, auch wenn die Antworten zunächst oberflächlicher Natur sind so lange man die Person n

icht persönlich kennt. Wenn ich mich nicht mehr wohl in meiner Kleidung fühle, weil ich mich mit ihr nicht mehr identifizieren kann, dann habe ich ebenfalls den Drang mich neu einzukleiden. Diese Entscheidung ist aber zunächst abhängig von den finanziellen Möglichkeiten als auch von dem Willen sich von Erinnerungsstücken zu trennen. Die Veränderung passiert für mich nicht kurz und schmerzlos wie bei einer Haarveränderung, da meine weggegebene Kleidung nicht nachwachsen kann, wenn ich sie wieder haben möchte.

Was für Auswirkungen hat mein Aussehen auf meine Gedankenwelt?

Ich fing an für mich selbst selbstsicherer zu werden. Dieser Prozess hört bis heute nicht auf, denn Selbstsicherheit steht und fällt mit der eigenen Selbstakzeptanz und der eigenen Wahrnehmung, die sich jederzeit ändern kann. Zudem distanzierte ich mich von allen Langhaar-Besitzern. Lange Haare kennzeichneten für mich bis dato ein typisches Mädchen, was ich nicht mehr sein wollte. Es ist dabei gleichgültig ob ein Mädchen seine Haare bewusst züchtet*, um sie als eigene Qualität anzusehen oder ob es dem Mädchen schlicht weg gefällt langes Haar zu tragen.  Für meine Freundinnen, die in meinen Augen „typische Langhaar-Besitzer“ sind, sind ihre Haare ihr Hauptaugenmerk. Früher verstand ich es nicht, warum jemand seine Haare um keinen Preis jemals abschneiden würde. „Wie kann man nicht die Neugier haben sich mit seinem Aussehen auszuprobieren? Sind sie sich zu fein?“, dachte ich. Mit dem Abschneiden meiner Haare begann ich zu verstehen: “ Warum sollte jemand seine Haare verändern wollen, wenn er mit sich so zufrieden ist wie er ist?“ Eine Zufriedenheit, die aus dem Inneren auf das Äußere einwirkt.

Mein Hauptargument meine Haare abzuschneiden war, dass sich meine langen Haaren auf meiner Kopfhaut anfühlten als würden sie mich einengen. Ich wollte mich frei und luftig um den Kopf fühlen. Plötzlich konnte ich mich hinter nichts verstecken, sodass ich ebenfalls versuchte meine Gedanken nicht mehr zu verstecken. Es war als würde ich näher zu mir finden wollen.
Ich wollte anders sein als die Mädchen aus meinem (damaligen Schul-)Jahrgang, die (bis auf ein paar Ausnahmen) stolze Langhaar-Besitzerinnen waren. Mit meinem neuen Aussehen fühlte ich mich neu. Ich wünschte mir von meiner Umgebung neu wahrgenommen zu werden. Die Kinder, die ich in einem Hort betreue, fragten warum ich eine Jungsfrisur trage und meine Freunde witzelten, dass ich auch als Junge durchgehen könnte. Ich rechnete mit diesen Bemerkungen und es gefiel mir durch sie Gespräche entfachen zu können. „Definiere ich mich als Frau durch die Länge meiner Haare?“, begann ich mich und die anderen zu fragen.
Wieso sind typische Mädchen für mich langhaarig? Und wieso habe ich eine feste Vorstellung von der „Typischen Frau“, wenn doch jede Frau für sich bestimmt, was es für sie heißt eine Frau zu sein? Wie definiere ich mich selbst als Frau?

Alles nur wegen einer Haarfrisur! Es mag albern klingen, aber meine Haare haben für mich die Funktion mich aufzuheitern. Wenn ich mit mir selber unzufrieden bin, was aus meinem Inneren rührt, dann kann ich als „Trost“ meine Haare verändern. Die innere Haltung zu ändern ist eine langfristige Aufgabe, hingegen Haare innerhalb einer Sekunde komplett anders sein können. Die Verwandlung des Aussehens ist mein Bedürfnis mich auszuprobieren. Was ist für mich der richtige Weg, um mit mir selbst zufrieden zu sein? Ich hoffe eines Tages anzukommen und zu erkennen wie ich innerlich als auch äußerlich am Besten ich selbst sein kann. Jetzt möchte ich meine Haare wieder züchten, um erneut eine Langhaar-Besitzerin zu werden. Und wer weiß- vielleicht brauchte mein altes Ich von vor zwei Jahren und mein jetziges Ich diese Erfahrungen, um diese Erkenntnisse zu erlangen. Und in zwei Jahren werde ich mit langen Haaren neben meinen langhaarigen Freundinnen sitzen und mir nicht mehr vorstellen können wie es war als ich kurze Haare hatte.

*Haare wachsen zu lassen nenne ich „Haare züchten“ oder Haarzucht, weil es nach meiner Erfahrung mit Ruhe, Geduld und Emotionen verbunden ist, sich um seine Haare zu kümmern.

 

Die Blogckade

Kaskade oder Blockade? Schon im letzten Jahr habe ich mir vorgenommen aus meinem Blog „mein Projekt“ zu machen. Wenn ich es aus einem negativen Standpunkt betrachte, dann bin ich gescheitert. Mein Blog ist genauso leer wie vor ein paar Monaten. Klar, ich habe so einige Beiträge veröffentlicht, aber es war nicht „mein Projekt“. Es hat sich nicht so angefühlt. An jedem Tag warte ich auf den einen Geistesblitz, der mich erfasst oder eine Inspiration, die meine Kreativität stimuliert. In so vielen Monaten gehe ich leer aus. Wie kann ich überhaupt erwarten, dass ich einen Schreibfluss habe, wenn ich bloß auf ihn warte, anstatt meine Gedanken selbst zu provozieren? Es könnte allerdings sein, dass ich davor Angst habe meine Gedanken zu veröffentlichen. Die Frage „Was denken die anderen über mich?“ ist tief in mir verwurzelt, auch wenn es an sich gesehen keinen Grund gibt mir den Kopf über die Köpfe von fremden Menschen zu zerbrechen.

Was machen eigentlich Autoren, wenn sie eine Schreibblockade haben? Schreiben sie wirklich darüber, dass sie eine Blockade haben? Bin ich jetzt ein Autor, weil ich das mache? Wahrscheinlich eher nicht. Ich bin ein „Blogger“ oder versuche einer zu sein. Tue ich das? Was möchte ich eigentlich mit meinem Blog „erreichen“? Im Prinzip möchte ich mit dem Blog an sich nichts erreichen. Ich freue mich, wenn andere Leute Interesse zeigen und das lesen, was ich geschrieben haben. So oft frage ich mir „Was habe ich zu sagen? Gibt es was zu sagen?“, aber vielleicht sollte ich diese hinterfragende Seite in mir in dem Moment stumm stellen. Der Blog ist für mich da, wenn ich etwas teilen möchte. Selbst, wenn es niemand lesen würde, ich habe dann den Mut aufgebracht mich mitzuteilen (und wenn es nur mit mir selbst ist). Der Blog ist Teil meiner eigenen Therapie, die manchmal eher stagniert und manchmal fortschreitet. Meine „Blogckade“ hat sich über einen doch längeren Zeitraum gezogen, da ich das Gefühl hatte viel zu viel zu sagen zu haben. Mein Kopf ist immer noch überladen. Meine Gedanken sind immer noch unsortiert. Im Gegensatz zu den „Blogckade“ Zeiten, kann ich kurzzeitig ein Thema in meinem Kopf festhalten – so wie jetzt.

Ich schreibe auch erst seit kurzem wieder Tagebuch, was mir enorm hilft meine Gedanken zu sortieren. Es ist ein langer Prozess, aber jeder klare Gedanke kann ein Schritt zu einer reflektieren Lösung zu kommen. Ich lese mir, wenn ich wieder ein Überangebot an Gedanken und Gefühlen habe, meine alten Tagebucheinträge durch und reflektiere, was sich in mir verändert hat. Immer wieder fällt mir dabei auf wie viel in mir und in meiner Umgebung passiert ist. Durch die ständige Verarbeitung von inneren und äußeren Reizen vergesse ich immer wieder, wie viel sich in der kurzen Zeit für mich geändert hat. Die eigene, kleine Welt ist stetig im Wandel, was zur Selbstverständlichkeit wird, doch was für einen selbst eine große Leistung sein kann.

Die Blockade bezog sich nicht nur aufs Schreiben, sondern auch aufs Zeichnen und Malen. Ich bin wirklich froh, dass ich diese Blockaden im Kopf teilweise überwunden habe (fürs Erste).

 

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Spaltung der Dimensionen

White Smoke

We all have a weakness
Some of ours are easier to identify
Look me in the eye

And ask for forgiveness
We’ll make a pact to never speak
That word again, yes, you are my friend

We all have something that digs at us
At least we dig each other

So when weakness turns my ego up
I know you’ll count on the me from yesterday

If I turn into another
Dig me up from under what is covering
The better part of me

Sing this song
Remind me that we’ll always have each other
When everything else is gone

Incubus- Dig

The weakness of each of us makes us so interesting.  Life wouldn’t be the same without failure. The only reason why we feel like we do, is our ability to trust. To trust in yourself is a lifetime-destination. To trust in each other is the chance of being loved. To trust delightfully in love could be your relief or your destruction. But what is it about all these sorrows? In the end we only have each other, when everything else is gone.
Everything’s gone like white smoke. Inhale the smoke in innocent lungs, exhale it into the predatory air. The white smoke floats upon your head, strokes gently your soft hair and vanishes forever. We never met, we only felt, trusting in each other’s effects.

 

 

 

Homophobie ist voll schwul!

Olivia Jones„Liebe für alle?“– aber sowas von!
Der Christopher Street Day in Hamburg war so eindrucksvoll, voller Farben, voller Freude und Feierlaune. Die Ehe für alle wird nun endlich zur Realität! Die Straßenparade ging durch die geschmückte Hamburger Innenstadt. An Laternen, Geländern, an U-Bahn Stationen und an Schaufenstern waren regenbogenfarbene Fahnen, lustige Sprüche und ausgefallene Flyer angebracht. Luftballons fliegen über die Köpfe der friedlich-stolzen Masse hinweg. Der Marsch wurde von Elektro-, Techno-, Rock- und Popmusik begleitet, da die Festzüge wie riesige Schiffe die Menschen in die richtige Richtung leiteten. Ich kam mit vielen Menschen schnell ins Gespräch und sei‘ es nur ein Kompliment über Kleidung, Schminke oder das jeweilige Plakat, was empor gehoben wurde bis der Arm lahm geworden ist. Die Leichtigkeit mit der die Menschen diesen Tag erlebten war so inspirierend wie es wenige Feste sind – es ist eine Empfehlung für jeden, der Mal eine ordentliche Portion Liebe, gute Laune und Inspiration vertragen kann. „Free Hugs“ oder “ Free Kisses“ sind an jeder Ecke zu vergeben, sodass sich niemand benachteiligt fühlen muss.

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Es ist einfach großartig, wenn sich Tausende versammeln, um einfach nur stolz zu sein sie selbst zu sein. Egal welcher Sexualität, welcher Gesellschaftsgruppe, welcher Nationalität oder welcher Identität ich mich zuordne- das Gefühl „Hier ist ein Fleckchen Erde an dem ich sein darf, wer ich sein will“  ist so stärkend und lässt einen hoffen, die Welt mit positiver Energie überschütten zu können. Nicht nur am Christopher Street Day sollten Herzen und Ohren geöffnet, Komplimente und Meinungen ausgetauscht werden – jeder Tag sollte ein Tag wie dieser sein.

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„Lass‘ dich nicht unterkriegen! Sei frech und wild und wunderbar“, sagte Astrid Lindgren schon einmal. Also mal‘ ich mir die Welt, wie sie mir gefällt!