Eine Frage des Glücks

Das Glück ist nur für diejenige eine Frage, die es nicht fühlen.
Dann kommen Fragen auf wie Glück entsteht, denn man sieht es bei jedem außer bei einem Selbst.
Das hat nichts zwangsläufig etwas mit den äußeren Lebensumständen zu tun – sondern vielmehr mit der Eigenwahrnehmung und mit dem Gefühl des Glückes nicht würdig zu sein.

Ich frage also: Ist es eine Frage des Glücks, wer auserwählt wird diesen Schatz in sich zu tragen, ohne sich um dessen Verlust sorgen zu müsse?
Oder ist es eine allgemeine Sorge nie wirklich glücklich zu sein? Selbst, wenn es Trauer, Angst und Wut in jedem Leben gibt- wie bleibt das innere Glück konstant?

Auch das glücklichste Leben ist nicht ohne ein gewisses Maß an Dunkelheit denkbar, und das Wort Glück würde seine Bedeutung verlieren, hätte es nicht seinen Widerpart in der Traurigkeit

Carl Gustav Jung

Mein Lebenslauf

Ich renne, renne
Meine Füße sind leicht
Meine Leidenschaft brenne
Ich fühle mich reich

Ich renne, renne
Durch Alleen, durch den Wald
Durch Straßen, durch Gassen
Ich fühl‘ mich befreit

Ich renne, renne
Vor mir nur davon
Vor mir ist‘s geheim
Zeit hab ich gewonnen


Für einen Moment befreit
Von Sorgen, von der Last
Das ist es nicht wert
Wenn ich mich verpass‘


Ich renne und renne
Denk’ an meine Seele
Denk‘ an meine Gesunheit
Ich bin mit mir unvereint

Ich renne, renne
Den ganzen Weg zurück
Den Brücken entgegen
Ohne mich fehlt das Herzstück

Für einen Moment befreit
Denke ich,habe mich wieder
Denke ich,renne nie wieder
Vor mir davon.

Endboss

Eine Rebellion gegen alles in mir. Die Gedanken formen sich, schärfen ihre Klingen. Kein klarer Satz, aber eine klare Botschaft. Es zieht auf, durchschüttelt meinen ganzen Körper und lässt mich nicht mehr los. Im Bauch zieht es auf und kriecht durch meine Eingeweiden in meinem Körper umher. Wie ein Kampf gegen den Endboss. Letzte Energiereserven aufbrauchen in jedem einzelnen Level, leben am Limit, aber nicht gut genug für das was kommt. Nur eine Energiequelle, die erlischt, kein Verlust, der nicht zu ersetzen wäre. Wie viele Leben habe ich noch? Mein Kopf hat sich schon längst ergeben, nur mein Körper steht noch aufrecht. Verwüstung in diesem Körper, mir ist übel. Ein Sog in die falsche Richtung, ein Kälteschauer über dem Rücken, mir ist nicht gut. Denken als gäbe es niemals ein Ende. Stets unvorbereitet auf jede Attacke des Gegners, wie soll ich ihn bezwingen, wenn meine einzige Waffen meine Gedanken sind? Alles nur imaginär, in meinem Kopf und doch so real, dass die Verzweiflung mich erfasst und zu Boden drückt. Mit geschlossenen Augen, im Schlaf versunken, denke ich an diese schwarze Loch in mir, in der Hoffnung aufzuwachen, ein Ende in Sicht zu haben. Der Puls schießt nach Oben, kontrolllos. Körper gegen Kopf, ein Ich gegen mich. Wehrlos kämpft es,schaut es, vertraut es, verzweifelt es. Beobachter meiner eigenen Taten, das Videospiel nimmt seinen Lauf, zieht an mir vorbei.Vernunft hindert mich zu schreien, den Tränen ihren Lauf zu lassen, die Fäuste ballen zu lassen, das zu sein, was ich in dem Moment empfinde. Alles in mir zieht sich zusammen, es brodelt und doch muss ich an meine Energiereserven denken, mich zurückhalten, den Endboss aufsuchen. Spannung vergeht nicht, verteilt sich in meinem Körper, ist gelagert, wartet auf den Moment zu explodieren. Nur ein Gedanke, nichts weiter. Nur ein Krieg in mir, nichts weiter.

Game over.